| Im Papyrus Eber aus dem alten Ägypten, datiert auf das Jahr 3000 v. Chr., ist bereits von der Bedeutung der rektalen Kolonreinigung die Rede. Auch aus anderen Zivilisationen (Ägypten, Mesopotamien, Giechenland, China, Indien, Indianer Amerikas, Esener .....) sind Hinweise bekannt, dass Mastdarmreinigungen zu allen Zeiten sowohl als einfache Hygienemaßnahme als auch als therapeutische Maßnahme zur inneren Reinigung gelobt und praktiziert wurden. Hippokrates (460-377 v. Chr.) beschrieb ein Verfahren zur Kolonreinigung und gab Hinweise auf Pflanzen, die für bestimmte Pathologien verwendet werden sollten.
Im Mittelalter führten die Ärzte Waschungen aus, deren Formeln im „Antidotarius Magnus" enthalten sind. Ambrosius Paré (16. Jahrh.) lieferte als erster eine detaillierte Beschreibung der Kolonirrigation und unterschied sie von einer einfachen Waschung.
20. Jahrhundert
Im Diccionaire Illustré de Médicine Larousse aus dem Jahr 1906 findet sich eine Reihe von Informationen über Reinigungspraxis und Kolonhydrotherapie:
Spülungen (oder Klistiere):
Einspritzen einer variablen Menge Flüssigkeit durch den After mit Hilfe eines Gefässes, eines Irrigators oder einer Spritze oder einer Gummibirne; in der gleichen Weise kann auch eine häusliche Darmdusche oder Hydrotherapie vorgenommen werden. In einigen Fällen wird ein Gummischlauch oder eine Sonde ausreichend tief (10 oder 15 cm) in den Darm eingeführt (Darminfusion); die Flüssigkeit wird also möglichst hoch eingebracht.
Vorgehensweise:
Der Patient legt sich, nach der Beschreibung der Autoren, auf die rechte oder linke Seite, die Beine leicht angewinkelt.
Zum Entspannen der Bauchmuskeln, zum leichteren Atmen und zur Vermeidung von Husten, Kanüle mit etwas Vaseline einführen. Die Einführung kann in einigen Fällen durch vorhandene Hämorrhoiden oder eine Crena ani erschwert werden, die eine Verrengung des Analsphinkter bewirkt. In solchen Fällen werden warme Tücher oder ein Kokainzäpfchen verwendet. Auch Prostata- oder Uterustumoren können erschwerend wirken und müssen umgangen werden. Bei Bedarf wird mit einer geringe Menge Flüssigkeit leicht gespült, um die Einführung zu erleichtern.
Varianten:
Bei der Wassermenge kann ein Liter (große Spülung), ein halber Liter (Ganzspülung), ein Viertel Liter (halbe Spülung) und 125 Gramm (kleine Spülung) eingesetzt werden.
Die Temperatur ist kalt bis lauwarm (15 - 30ºC), lauwarm (34 - 37ºC), warm (39- 45ºC) oder heiß (45 - 55ºC).
Die Wirkung ist je nach Temperaturwert unterschiedlich:
Lauwarm: Die Spülung entfaltet ihre Wirkung nur durch die Menge des eingesetzten Wassers. Der Kot wird aufgelöst, die Reizwirkung auf die Darmwände ist leicht und nur vorübergehend, wobei sich der Darm an die Ausdehnung gewöhnt.
Kalt: Bei dieser Temperatur entsteht eine Kontraktion des Darms und anschließend die Exkretion der Gallenflüssigkeit. Für die Spülung genügt daher eine geringe Flüssigkeitsmenge.
Warm: Die Wirkung ist im Prinzip die gleiche, sie kann jedoch ohne weiteres abgeschwächt werden, daher werden längere heiße Spülungen ertragen.
Darmdusche
Die Hausanwendung wird im Liegen mit einem Gefäß oder Spezialkanüle durchgeführt..
Die Wassermenge schwankt, je nach Anwendungsfall, zwischen 2 und 8 Litern bei unterschiedlicher Temperatur und unterschiedlichem Druck.: kalt und mit recht hohem Druck bei Verstopften, warm und mit niedrigem Druck bei Durchfall.
In den Mineralwasserbadeorten, vor allem Châtel-Guyon, Plombières, Vichy, kommen Quellen auf einem mit einer Öffnung versehenen Bett zur Anwendung. die mit einem WC verbunden ist. Dazu gehört ferner eine Vorrichtung, an der der Patient Temperatur und Druck verfolgen kann.
Anfang des 20. Jahrhunderts veröffentlichte der Ernährungsfacharzt Kellog (USA.) einen detaillierten Artikel über die Kolonhydrotherapie, während Dr. Brosch (Deutschland) einen "enterocleaner" oder "Darmreiniger" als Vorläufer der heutigen Hydrotherapiegeräte entwickelte.
Seitdem beweisen Ärzte, sowohl in den USA als auch in Europa, immer wieder, dass der Mastdarm die Ursache zahlreicher Pathologien sein kann.
Dr. Lagroua, Facharzt für Darmerkrankungen, perfektionierte 1939 die von zwei deutschen Professoren entwickelten Darmspülgeräte und eröffnete im Krankenhaus Beaujon-Clichy in París ein zugelassenes Hydrotherapiezentrum. Diese im zweiten Weltkrieg zerstörte Abteilung gibt es heute nicht mehr.
Der amerikanische Naturarzt und Facharzt für Darmprobleme, Irons, hat wesentliich zur Entwicklung dieser Technik in den USA beigetragen. Er starb mit 95 Jahren und hat 45 Jahre lang in zahllosen Kursen und Seminaren die Bedeutung der Darmhygiene dargestellt und erklärt, wie Darmprobleme dank vieler berichteter und häufig wiederholter Mastdarmirrigationen behoben werden konnten.
Heute ist Kolonhydrotherapie in den USA, Kanada sowie in der Schweiz anerkannt, jedoch nicht amtlich zugelassen. Zugelassen ist sie in England und Deutschland und wird in Belgien, Frankreich und Spanien auch ohne spezifische gesetzliche Regelung praktiziert.
Dr. Carton verwies auf die Notwendigkeit, besonders den Mastdarm zu reinigen, in dem sich durch seine Länge und Breite besonders viele Rückstände ansammeln können.
Der Schweizer Arzt Dr. Kousmine empfahl bei jeder schweren Erkrankung 21 Spülungen täglich hintereinander und zusätzlich eine wöchentliche Hydrotherapie, seit er von ihrer Existenz Kenntnis erhielt. Er empfahl darüber hinaus, Darmreinigungen auch bei allen gesunden Personen als Hygiene und zur Vorbeugung gegen Krankheiten vorzunehmen.
Dr. E. Bach unterstreicht in seinem Buch "Heilung durch Blumen" die Bedeutung einer guten Darmhygiene.
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